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VDI: Rund 1.000 Verkehrstote sind vermeidbar

Die größten Hebel für weniger Tote sind laut VDI neuere Fahrzeuge und weniger Ablenkung
© Foto: Fotolia/Kara

Der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) sieht das gesetzte Ziel der Reduzierung der Verkehrstotenzahlen gefährdet und fordert schnelles Handeln. Die Liste der Vorschläge ist lang.


Datum:
12.12.2016
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Zwischen 830 und 1.180 Todesopfer könnten bis 2020 vermieden werden. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung von VDI-Sicherheitsexperten, die das Unfallgeschehen im Straßenverkehr in Deutschland unter die Lupe genommen haben. Wie der VDI mitteilt, sei die 2015 zum zweiten Mal in Folge gestiegene Zahl der Verkehrstoten auf 3.459 Grund für ein schnelles Handeln. „Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem wir mit Einzelmaßnahmen und rein fahrzeugseitig nicht mehr viel bewegen können“, erklärt Rodolfo Schöneburg, Vorsitzender der VDI-Gesellschaft Fahrzeug- und Verkehrstechnik (FVT) und Centerleiter Sicherheit bei Daimler.

„Wenn wir die Zahl der Verkehrstoten signifikant senken wollen, müssen wir die Infrastruktur und die Verhaltensmaßnahmen der Verkehrsteilnehmer stärker einbeziehen“, fordert Schöneburg. „Besorgt sind wir auch über die immer älteren Fahrzeuge auf deutschen Straßen und deren überholte Sicherheitstechnik. Seit 2000 ist das Durchschnittsalter von Pkw von knapp sieben auf über neun Jahre gestiegen, bei Nutzfahrzeugen von knapp sieben auf fast acht und bei Motorrädern sogar auf über 16 Jahre. Obwohl Fahrzeuge mit dem Baujahr 1998 oder älter nur 23 Prozent der gesamten Pkw-Population ausmachen, stellen sie mit 60 Prozent die Mehrheit aller getöteten Fahrzeuginsassen.“

Der VDI sieht die Erreichung des EU-weiten Ziels einer Reduzierung der Verkehrstotenzahlen um die Hälfte zwischen den Jahren 2010 und 2020 in Deutschland gefährdet. Der Verein fordert, eine Vielzahl von Ansätzen parallel zu verfolgen – und sieht hohes Potenzial für Verbesserungen: „Im Jahr 2020 sind in Deutschland zwischen 830 und 1.180 Unfalltote im Jahr vermeidbar.“

Alter Bestand, Ablenkung, Sichtbarkeit
Die beiden größten Hebel zur Vermeidung von Verkehrstoten sind laut VDI die Erneuerung des Pkw-Bestands und die damit einhergehende Verbesserung der Sicherheitstechnik sowie eine Minderung der Ablenkung der Verkehrsteilnehmer etwa durch Mobiltelefone. Dies könnte jeweils 200 bis 300 Opfern das Leben retten.

Eine Halbierung der Nichtanschnall-Quote könnte 200, die Erneuerung und Ausstattung des Lkw-Bestands mit Assistenzsystemen zwischen 40 und 80 Verkehrstote weniger bedeuten. Bis zu 80 Verkehrsopfer weniger könnten durch Fahrertrainings für Motorradfahrer, ältere Fahrer und Fahranfänger erreicht werden. Jeweils rund 50 Opfer weniger wären, so der VDI, alleine durch verbesserte Sichtbarkeit der Fußgänger und Radfahrer, durch bessere Sicherheitskleidung der Motorradfahrer sowie durch vermehrtes Tragen von Fahrradhelmen in Verbindung mit Helmpflicht für Pedelecs möglich.

(tr)

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