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Deutliche Kritik an digitaler Theorieausbildung

Jürgen Kopp, Vorsitzender der BVF
© Foto: Marco Urban

Die Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände (BVF), die Deutsche Fahrlehrer-Akademie (DFA) und die Moving International Road Safety Association sprechen sich klar gegen einen rein digitalen Theorieunterricht an Fahrschulen aus – und nennen dafür auch Gründe.


Datum:
04.02.2022
Autor:
Stephanie Noll/ Anja Kiewitt
Lesezeit: 
3 min
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In einem Brief an das Bundesverkehrsministerium befürworten die Verbände zwar die fortschreitende Digitalisierung in Fahrschulen, weil sie Fahrschülern den Zugang zur Fahrerlaubnis erleichtere. "Dennoch ist eine Digitalisierung nicht in jedem Bereich der Fahrausbildung sinnvoll“, erklärt Moving-Präsident Jörg-Michael Satz.

BVF, DFA und Moving nennen sieben Gründe, warum sie eine digitale Theorieausbildung nicht für sinnvoll halten:

  1. Problem des Fachkräftemangels wird verstärkt: Beispielsweise habe der reine Online-Theorieunterricht ohne den Besuch einer Fahrschule in Frankreich bereits zu einem Fahrschulsterben geführt.
  2. Die Digitalisierung der Fahrschulen muss ausgebaut werden: Die Fahrschulen seien bereits digital sehr gut ausgestattet – trotzdem müsse man den Digitalisierungsgrad weiter ausbauen.
  3. Wissenschaftlich nicht belastbare Grundlage: Ein Bericht aus dem Handelsblatt vom 8. Januar beruft sich auf eine Kurzstudie unter Leitung von Prof. Brünken von der Universität des Saarlandes, wonach Fahrschüler im Online-Theorieunterricht eine höhere Lernmotivation und bessere Prüfungsergebnisse gegenüber dem traditionellen Präsenzunterricht erzielen. Diese Studie sei jedoch nicht repräsentativ und damit nicht allgemeingültig.
  4. Die Verkehrssicherheit wird gefährdet: Online-Theorieunterricht kann die Ausbildungsqualität von Präsenz-Unterricht niemals erreichen, da dabei nicht flexibel auf alle Fahrschüler eingegangen werden könne. Hinzu komme noch die "zeitaufwändige und zuweilen störanfällige digitale Durchführungsform des Unterrichts". Das gefährde schlussendlich die Verkehrssicherheit
  5. Sozial benachteiligte und Menschen mit Migrationshintergrund werden diskriminiert: Nur durch gemeinsames Lernen könnten diese Fahrschüler sich Wissen zum Thema Verkehrssicherheit und die dazu nötigen sprachlichen Voraussetzungen aneignen.
  6. Keine Fahrausbildung ohne Präsenz-Theorieunterricht: Die Verbände favorisieren Blended Learning nach der Studie OFSA-II. Diese Methode kombiniert Präsenz-Theorieunterricht und digitales selbständiges Lernen.
  7. Unterstützung der Fahrschulbranche notwendig: In einer Arbeitsgemeinschaft Ausbildung sollen die Vertreter des Fahrschulwesens, Behörden, wissenschaftliche Einrichtungen und Prüforganisationen gemeinsam ein Qualitätsmanagement für die Fahranfängervorbereitung und die Fahrausbildung etablieren. 
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