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Fahrlehrerkongress 2021: Podiumsdiskussion zur Prüfplatzsituation

Jürgen Kopp, Sylke Bub und Hartmut Abeln (v. l.) im Gespräch
© Foto: Bastian Hambalgo

Wie läuft die Partnerschaft von Prüforganisationen und Fahrlehrer-Verbänden? Dieser Frage ging Sylke Bub, Vorstand der Fahrlehrerversicherung, gemeinsam mit dem BVF-Vorsitzenden Jürgen Kopp und Hartmut Abeln, CEO von TÜV Nord Mobilität, auf den Grund.


Datum:
13.11.2021
Autor:
Saskia Doll
Lesezeit: 
6 min
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„Wie hat die Zusammenarbeit in der Pandemie geklappt und wo geht die Reise hin?“ Unter diesem Motto stand die Podiumsdiskussion am zweiten Kongresstag. Zu Beginn äußerte Moderatorin Sylke Bub ihren Respekt für die Bundesvereinigung und die Landesverbände, die mit viel Hartnäckigkeit und Fingerspitzengefühl durch die Pandemie manövriert seien und lobte die Mitglieder, die ihrerseits ihre Landtagsabgeordneten auf die Seite der Fahrlehrerschaft gezogen haben. Entsprechend glimpflich sei die Branche durch die Pandemie gekommen. Das bestätigte auch Jürgen Kopp. Die vergangenen beiden Jahre bezeichnete der BVF-Vorsitzende als „Belastungsprobe par excellence“. Viele zunächst missverständliche Anordnungen hätten die verbandliche Arbeit erschwert. Durch gutes Netzwerken sei es allerdings gelungen, für mehr Klarheit zu sorgen und insgesamt einigermaßen gut durch die Pandemie zu kommen – trotz Ausnahmen.

Auch für die Prüforganisationen sei die Covid-Lage ein Schock gewesen, der starke Verunsicherung nach sich zog, bestätigte Hartmut Abeln. Nach intensiven Gesprächen mit den Landesbehörden konnten aber Wege gefunden werden, um das Geschäft wieder langsam aufzunehmen. In diesem Zusammenhang bedankte sich Abeln auch für die Flexibilität der Fahrlehrerschaft beim Neustart. Trotzdem: Rund eine dreiviertel Millionen Prüfungen sei liegengeblieben, unsachliche Berichterstattung hätte zusätzlich zur Verunglimpfung der Prüforganisationen beigetragen. Obwohl sich die Situation mittlerweile deutlich entspannt habe, seien es immer noch „außergewöhnlich herausfordernde Zeiten“.

Geplante und ungeplante Veränderungen

Im Anschluss hakte Bub nach, wie sich die Prüforganisationen auf die Einführung von OPFEP mit den damit verbundenen Prüfzeitverlängerungen eingestellt habe. Eine vierjährige Vorbereitungszeit habe es ermöglicht, frühzeitig zusätzliches Personal einzustellen und die notwendigen Systeme zu programmieren, führte Abeln aus. Gemeinschaftlich habe die Fahrlehrerschaft mit den Überwachungsorganisationen so eine Weiterentwicklung der Prüfung erreicht. Auf nicht planbare Ereignisse könne man reagieren, indem man Personal verlagere, Arbeitszeiten verlängere und das restliche Geschäft einschränke, aber Corona sei eine Sondersituation, „ein europaweiter Flächenbrand“. Um in Zukunft schneller Personal aufbauen zu können, diskutiere man bereits, ob die Ausbildung der Prüfingenieure zukünftig weniger anforderungsreich gestaltet werden könne – dazu wären aber Gesetzesänderungen notwendig.

Corona-Knacks

Die Beziehung zwischen der Fahrlehrerschaft und den Prüforganisationen habe in der Pandemie einen „Knacks“ abbekommen, fand Jürgen Kopp, zwischenzeitlich hätten viele Beschwerden und gegenseitige Schuldzuweisungen im Raum gestanden. Dennoch habe man zu einer sachlichen und fachlichen Ebene zurückgefunden: „Langsam bewegt sich etwas und die Klagen nehmen ab“, sagte er. Dazu trage natürlich auch der Umstand bei, dass in vielen Bundesländern bis zum Ende des Jahres wieder nahezu hundert Prozent der angeforderten Prüfungen bedient werden können. Ausdrücklich betonte Kopp: „Zu keinem Zeitpunkt gab es Beschwerden über die Prüfungen im Auto – es ging nur um die Disposition.“

Abeln teilte die Ansicht des BVF-Vorsitzenden über die sachliche und partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Fahrlehrer-Verbänden. Bei zwischenmenschlichen Problemen mit einzelnen Mitarbeiter bat er die Fahrlehrer um konkrete Hinweise, damit „punktuelle Probleme auch punktuell gelöst werden können“.

Wie geht es weiter?

Auf Bubs Frage, was Kopp von den Prüforganisationen zukünftig erwarte, formulierte Kopp knapp: „Weiter so“ und meinte damit die positive Entwicklung der vergangenen Monate, nämlich eine offene Kommunikation und intensive Gespräche mit den einzelnen Mitarbeitern. Abeln wagte noch einen Ausblick auf weitere Themen, die in Zukunft auf die Fahrlehrer-Verbände wie auch auf die Prüforganisationen zukommen werden, wie etwa der elektronische Führerschein oder Hybridmodelle in der Ausbildung. „Diesen Herausforderungen können wir uns nur gemeinsam stellen“, sagt er.

Kopp bekräftigte zum Abschluss noch einmal das Bekenntnis der BVF zur Alleinbeauftragung der TPs: „Wir wollen an diesem System festhalten.“ Die Verkehrssicherheit dürfe nicht dem Wettbewerb geopfert werden. Wenn die Alleinbeauftragung aufgegeben würde, könne das zur Folge haben, dass die Bedienung der Bewerber nicht mehr gänzlich gewährleistet sei, weil die Prüforganisationen nur noch die Arbeiten annähmen, die für sie auch wirtschaftlich rentabel seien. „In Summe sind wir von der Bundesvereinigung mit unserem langjährigen Partner sehr zufrieden“, schloss Kopp.

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