Im neuesten Mailing des Vogel Verlags richtet sich Verlagsleiter Joshua Stiegler mit sehr persönlichen Worten an seine Zielgruppe. Das Thema der Reform beschäftigt nicht nur Sie als Fahrschulbetreiber und Fahrlehrer, sondern eben auch die Verläge. Denn auch hier stehen Veränderungen im Raum, mit denen man vor Oktober 2025 wohl so nicht gerechnet hätte.
Stiegler besinnt sich in seinen Worten aber dankenderweise auf das Positive, denn er habe "in den vielen Jahren mit (...) dieser Branche eines gelernt: Was im ersten Moment wie Verlust aussieht, ist oft auch eine Chance. Wirtschaftlich und pädagogisch."
Im Weiteren blickt er in der Aussendung auf die geplanten Änderungen zum Theorieunterricht. Diese werde nicht verschwinden, "...sie wird sich verändern. Und ehrlich gesagt wird sie wahrscheinlich anspruchsvoller. Wenn ich den Entwurf richtig lese, kann künftig eine einzige falsche Antwort über Bestehen oder Nichtbestehen entscheiden. Wer glaubt, ohne Anleitung mal eben durch zu kommen, wird bei der ersten Wiederholungsprüfung ziemlich nüchtern werden. Genau hier liegt die Chance: nicht mehr "Theorieunterricht" aus Pflicht, sondern Prüfungsvorbereitungskurs aus Überzeugung. Wer nach Frankreich schaut, weiß, dass dieses Modell funktioniert - weil Schülerinnen und Schüler mit gutem Gefühl in die Prüfung gehen wollen."
Und auch die Praxis spricht Stiegler an. "Teurer und ineffizienter als im rollenden Auto kann man praxisrelevantes Vorwissen nicht vermitteln. (...) Jede Minute, in der Sie auf dem Beifahrersitz Grundlagen erklären statt Fahrkönnen zu trainieren, ist eine Minute, die Sie und Ihre Schüler Geld und Nerven kostet." Und genau daher zähle eine strukturierte Praxisvorbereitung mehr denn je.
Abschließend betont Stiegler noch, dass das Gesetz noch nicht verabschiedet sei. Die Verbändeanhörung stehe jetzt an und auch sie als Verlag würden sich "weiter mit voller Kraft dafür einsetzen, dass ein Modul zur Gefahrenvermeidung verpflichtend in der Fahrschule bleibt". Ein solches Modul wurde auch im April von der Moving International Road Safety Association vorgeschlagen.
Und so sind wir weiter gespannt, was die kommenden Wochen bringen werden. Die motivierenden Worte von Joshua Stiegler lassen zumindest nicht alles nur schlecht aussehen.