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Unschreibbar gut

Der neue Nissan Qashqai bewirbt sich als Ausbilungsfahrzeug
© Foto: Gregor Soller

Die Test und Technik Redaktion der "Fahrschule" hat den neuen Nissan Qashqai getestet.


Datum:
01.05.2014
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Als leicht „schizophren“ bezeichnet die Nissans Qashqai-Produktmanager Michael Herbeck das bunte Modellprogramm, das neben eher preisorientierten Vernunftautos wie dem Micra und Note auch Pseudo-SUVs wie den Juke oder Qashqai bietet, dazu Hardcore-Geländewagen wie den Pathfinder oder Sportwagen wie den 370 Z oder den mindestens 550-PS-starken GT-R.

Der erfolgreichste Spross dieser tatsächlich leicht schizophrenen Familie ist der Qashqai, der noch dazu einen Namen trägt, den fast niemand auf Anhieb richtig schreiben kann. Das tut den guten Verkaufszahlen aber keinen Abbruch. 2007 startete er in Deutschland mit 11.659 Einheiten, 2011 waren es schon 32.667 Qashqais. Sein Geheimnis ist, dass er wie der Golf von Volkswagen messerscharf und hochpräzise genau dorthin entwickelt wurde, wo sich die Mehrheit der europäischen Kunden ein Auto wünscht: Er bietet ein klares, aber kein langweiliges Design mit minimal erhöhter Sitzposition und SUV-Optik. Auf Wunsch gibt es sogar eine Allradversion, die einlöst, was die Optik verspricht.

Der Neue wuchs in Radstand, Länge und Breite etwas an und duckt sich dafür eine Idee flacher. Trotzdem soll neben der Bein- auch die Kopffreiheit gewachsen sein, vorn und hinten um je zehn Millimeter. Das spürt man: Er bietet genug Platz für vier Personen, die alle bis zu 1,90 Meter groß gewachsen sein dürfen und moderne, aber keine abgehobene Technik samt ordentlicher Verarbeitung und Materialien – und das alles zu einem sehr fairen Tarif. Die Anhängelast beträgt beim 1,5 dCi 1.350 Kilogramm, beim 1,6 dCi-Handschalter sind es üppige 1.800 Kilogramm. Das Kofferraumvolumen wuchs von 410 auf 430 Liter, respektive von 1.513 auf 1.585 Liter. Auch die Stehhöhe unter der Heckklappe wuchs auf jetzt 1,86 Meter.

Natürlich rüstete Nissan auch bei den Assistenzsystemen auf: Für schlanke 550 Euro (Preise o. MwSt.) bekommt man leider nur in der Tekna-Topausstattung das „Safety-Shield“, das Bewegungs- und Müdigkeitserkennung, Einparkassistenten und Totwinkelassistenten bietet. Rund 675 Euro kostet beim Acenta das große Navi samt farbiger Rückfahrkamera und Digitalradio und etwa 465 Euro ruft Nissan für den Metalliclack auf. Sonst hält die Aufpreisliste nur für den Tekna noch Leder bereit – für 420 Euro netto.

Zeit einzusteigen und mit dem 1,5 dCi Acenta zu starten. Wie beim Golf stellt sich auch hier sofort das Gefühl ein, dass in diesem Auto alles passt, zumal es sich ähnlich wie der Wolfsburger Topseller praktisch keine Schwächen erlaubt. Der 1,5-Liter-Basisdiesel mag mit seinen 81 Kilowatt und 260 Newtonmetern nicht der Reißer sein, zumal diese Kraft erst ab 1.750 Umdrehungen vollständig anliegt und er trotz Diät mindestens 1.365 Kilogramm beschleunigen muss. Immerhin konnte Nissan dem neuen gegenüber dem Vorgänger rund 40 Kilogramm Speck abtrainieren. Der dCi entfaltet seine Kraft gleichmäßig und geschmeidig und erlaubt auch neuen Fahrschülern ein einfaches Anfahren. Dabei informiert er über klare Anzeigen, die sich ebenfalls an VW orientieren: Auch Tankinhalt und Temperatur werden noch exakt und schnell erfassbar per Zeigerinstrument angezeigt. Die Bedienung gelingt auf Anhieb – wobei man sich für die Klimatisierung etwas besser zu greifende Rändel wünscht und das Anfahren am Berg lieber mit klassischer Hand- statt elektronischer Parkbremse üben würde, zumal die sich beim Abstellen selbstständig aktiviert und beim Anfahren automatisch wieder freigibt.

Ansonsten bleibt der Nissan immer britisch dezent respektive japanisch-höflich und zeigt immer an, wie viel Kohlenstoffdioxid durch Start-Stopp gespart wurde. Solche Infos machen den innerstädtischen Stopp-and-Go-Verkehr immerhin etwas unterhaltsamer. Beim Rangieren lohnt sich eine Rückfahrkamera, da die Übersichtlichkeit nach schräg hinten bei SUVs generell nicht überragend ist. Mit „Safety-Shield“ in der Topversion würde der Qashqai jetzt auch Querverkehr erkennen und warnen, bevor man rückwärts aus einer Lücke stößt.

Auch fahrwerksseitig trifft Nissan ziemlich exakt die goldene Mitte aus Straffheit und Sänfte. Insofern lässt sich ein Prüfungstag für alle Insassen gut bewältigen. Preislich startet die Visia Basisversion bei knapp 18.500 Euro, der 96 Kilowatt starke Tekna mit 1,6 dCi kommt auf knapp 26.500 Euro – womit Nissan sich auch ziemlich exakt im Zentrum der Fahrschulbudgets positioniert hat. Von Schizophrenie kann da keine Rede sein!

(gs)


Der neue Nissan Qashqai

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