Ersatzteilmangel? – Versicherung muss blechen

Über Lieferengpässe von Ersatzteilen muss sich ein Unfallgeschädigter nicht im Vorfeld der Reparatur erkundigen 
© Foto: Robert Kneschke/Zoonar/picture-alliance

Weil Ersatzteile für seinen beschädigten Wagen fehlten, nutze ein Unfallopfer eine längere Zeit einen Werkstatt-Ersatzwagen. Die Kosten hierfür wollte die Versicherung des Unfallverursachers nicht übernehmen. Das OLG Düsseldorf nahm sich der Sache an.


Datum:
20.04.2021
Autor:
Theresa Siedler
Lesezeit: 
2 min

NOCH KEINE Kommentare

jetzt mitdiskutieren



In dem Fall hatte sich die Reparatur eines bei einem Unfall beschädigten Wagens verzögert, da der Werkstatt ein bestimmtes Ersatzteil für den Airbag nicht zur Verfügung stand. Die Werkstatt war gemeinhin als „besonders preiswert“ bekannt. Weil der Besitzer des Autos, das durch den Unfall beschädigt worden war, in dieser Zeit dennoch auf ein Fahrzeug angewiesen war, nutzte er solange einen Ersatzwagen der Werkstatt. Die Kosten hierfür sollte die Haftpflichtversicherung des Unfallgegners übernehmen. Diese weigerte sich mit der Begründung, dass der Geschädigte eine andere, fähigere Werkstatt beauftragen hätte müssen. Diese hätte die notwendigen Ersatzteile wahrscheinlich früher beschaffen können.

Die Sache landete vor Gericht. Nachdem das Landgericht zunächst der Versicherung des Unfallverursachers Recht gegeben hatte, urteilte das Oberlandesgericht Düsseldorf (OLG Düsseldorf) in zweiter Instanz im Sinne des Unfallgeschädigten. Dieser sei nicht verpflichtet gewesen, selbstständig bei anderen Werkstätten oder beim Fahrzeughersteller nach der Verfügbarkeit der Ersatzteile zu fragen. Schließlich habe es für ihn keinen Anlass zur Vermutung gegeben, dass die Lieferschwierigkeiten auf die von ihm beauftragte Werkstatt beschränkt sein könnte. Allein der Umstand, dass sich die Werkstatt auf kostengünstige Reparaturen spezialisiert hat, lege eine solche Annahme nicht automatisch nahe. Für den Nutzungsausfall des beschädigten Autos müsse also die Versicherung des Unfallverursachers aufkommen.  

Oberlandesgericht Düsseldorf

Aktenzeichen 1 U 77/20

HASHTAG


#Werkstatt

MEISTGELESEN


KOMMENTARE


SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!


NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


www.fahrschule-online.de ist das Online-Portal der monatlich erscheinenden Zeitschrift FAHRSCHULE aus dem Verlag Heinrich Vogel. Diese ist das offizielle, überregionale Organ der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände ist. Im Mittelpunkt der redaktionellen Leistungen stehen die Fragen der Verkehrssicherheit. Technische, wirtschaftliche und verkehrsrechtliche Probleme werden ausgiebig erörtert.

www.fahrschule-online.de bietet ein umfangreiches Internet- Angebot für Fahrschulinhaber und Fahrlehrer mit täglich aktuelle Nachrichten und Produktinformationen sowie Kurzurteile für Fahrschulinhaber und angestellte Fahrlehrer.