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Erschreckende Ergebnisse: Studie zu Geisterfahrern

Stopp-Hände
In Österreich sollen an Anschlussstellen angebrachte "Stopp-Hände" versehentliche Falschfahrten verhindern
© Foto: picture alliance/Wolfram Steinberg

Viele Falschfahrten passieren mit Absicht. Das ist das Ergebnis eines Forschungsprojekts, das die Unfallforscher der Versicherer (UdV) vorstellte. Die Ergebnisse seien „erschreckend“, sagen Unfallforscher.


Datum:
25.08.2023
Autor:
Marie Maier
Lesezeit:
4 min
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Ein wesentliches Ergebnis des Forschungsprojekt ist: 40 Prozent aller Unfälle in Folge von Falschfahrten auf Autobahnen werden von Menschen über 75 Jahren begangen. Dabei handelt es sich überwiegend um Männer, was allerdings wahrscheinlich eher daran liegt, dass in dieser Altersgruppe überwiegend Männer noch Autofahren. Häufig spielen Demenz und Verwirrtheit eine Rolle. Aber: In vielen Fällen beginnen Geisterfahrer ihre Falschfahrt bewusst. Rund ein Drittel der Fälle wendete im fließenden Verkehr. Während bei den Senioren Verwirrtheit der Hauptgrund für die Falschfahrt ist, sind bei jungen Menschen häufig suizidale Absichten oder die Flucht vor der Polizei der Grund. Auch Alkohol spielt bei knapp einem Fünftel eine Rolle – zumindest als Begleitumstand. Diese Personen sind meist unter 65 Jahre. Die Falschfahrt geschieht meist auf der (in korrekter Richtung) linken Spur. Dementsprechend fanden dort die meisten Unfälle statt.

Erschreckende Ergebnisse

„Die Ergebnisse sind erschreckend und zeigen, dass wir bisher unsere Hoffnungen auf Maßnahmen gesetzt haben, die nur begrenzt Wirkung entfalten können“, sagt UDV-Chef Siegfried Brockmann. Maßnahmen wie eine Verbesserung der Linienführung und „Stopp-Hände“ nach österreichischem Vorbild an Autobahn-Anschlussstellen könnten nur wirken, wenn die Falschfahrten versehentlich geschieht und keine Demenz oder Verwirrtheit die Wirkung minimieren. Automatisch ausfahrende Krallen an Anschlussstellen können nur an Ausfahrten Einfluss nehmen, seien aber dazu sehr teuer und würden Rettungs- und Einsatzwagen stoppen.

Mögliche Lösungen

Doch wie können Geisterfahrten verhindert werden? Eine längerfristige Lösung könnte sein, Neuwagen mit einer Notbremsfunktion auszurüsten, die via Verkehrszeichenerkennung und GPS die Falschfahrt frühzeitig erkennt und das Fahrzeug stoppt. Kurz- und mittelfristig soll laut UDV auf optimierte Information via Verkehrsfunk, Verkehrsbeeinflussungsanlagen und App-Lösungen im Fahrzeug oder Smartphone gesetzt werden. Ebenfalls zu diskutieren sei eine Verhaltensempfehlung. Zwar sei die bisherige Empfehlung, auf der rechten Seite zu fahren und nicht zu überholen, richtig, jedoch sollte dies um die Empfehlung ergänzt werden, nicht schneller als 80 km/h zu fahren und das Warnblinklicht einzuschalten.

Menschen, die versehentlich eine Falschfahrt begonnen haben, empfiehlt Brockmann, auf dem Standstreifen stehenzubleiben, das Warnblinklicht einzuschalten und Hilfe zu rufen.

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