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Psychische Folgen von Verkehrsunfällen

Psychische Belastungserscheinungen nach einem Unfall sind keine Seltenheit
© Foto: Srdjanns74/Getty Images/iStock

Wer nach einem Unfall mit psychischen Beeinträchtigungen zu kämpfen hat, sollte sich nicht scheuen, um Hilfe zu bitten. Viel zu häufig fragen Betroffene erst sehr spät um Rat bei Hilfsorganisationen und Fachärzten, teilt das Goslar Institut mit.


Datum:
27.05.2021
Autor:
Saskia Doll
Lesezeit: 
4 min
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Auch wenn bei einem Verkehrsunfall nur Blechschaden entsteht, bedeutet das für die meisten Menschen Stress – umso mehr, wenn Personen verletzt wurden oder ums Leben kamen. Als Reaktion auf einen Verkehrsunfall treten später nicht selten psychische Beeinträchtigungen auf, erklärt das Goslar Institut. Halten diese über mehrere Monate an und sind sie mit bestimmten Symptomen verbunden, wie Angst und Depressionen, sprechen Experten von einer „Posttraumatischen Belastungsstörung“. Spätestens dann sollten Betroffene einen geschulten Therapeuten hinzuziehen.

Schon der Anblick eines schweren Verkehrsunfalls kann für Zuschauer belastend sein. Das Goslar Institut bezieht sich auf eine Erhebung des Bundesverkehrsministeriums und des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR), die zu dem Ergebnis kommt, dass vom Tod eines Menschen im Straßenverkehr durchschnittlich 113 Personen unmittelbar betroffen sind: Angehörige, Freunde und Bekannte sowie die Einsatzkräfte am Unfallort. Sie alle sind dem psychischen Druck dieses Erlebnisses ausgesetzt.

Risiko unterschiedlich hoch

Ein besonders hohes Risiko, als Folge eines Unfalls psychisch zu erkranken, ergibt sich für die direkt Beteiligten. Fachleute gehen davon aus, dass jede vierte schwer verletzte Person im Nachhinein an ernsten psychischen Beeinträchtigungen leidet. Ob sich derartige Beschwerden entwickeln, hängt nach Einschätzung von Experten sehr von dem Erleben der Unfallsituation ab, aber auch von der seelischen Gesundheit und Ausgeglichenheit der Betroffenen sowie von der Unterstützung, die sie nach dem Unfall bekommen. Laut Goslar Institut stellten Wissenschaftler in einer anderen Untersuchung fest, dass ein Großteil von Unfallopfern und -beteiligten gute Voraussetzungen mitbringt, um das belastende Erlebnis psychisch gut zu bewältigen. Nur ein kleinerer Teil der Betroffenen ist demnach als Risikogruppe einzustufen mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit, infolge des Unfalls psychisch zu erkranken.

„Wie der DVR zudem berichtet, müssen Personen als besonders gefährdet in Bezug auf posttraumatische Unfallfolgen gelten, die sich der Unfallsituation hilflos ausgesetzt fühlten, die psychisch vorbelastet sind sowie Kinder und Jugendliche. Denn sie verfügen noch nicht in gleichem Maß über Ressourcen zur Bewältigung solcher Ereignisse wie Erwachsene,“ schreibt das Goslar Institut weiter.

DVR fordert Aufklärung

Angesichts der ernst zu nehmenden möglichen psychischen Reaktionen auf Verkehrsunfälle fordert der DVR umfassende Aufklärung über die Folgen schwerer psychischer Traumatisierung infolge von Straßenverkehrsunfällen sowie über entsprechende Betreuungs- und Interventionsmöglichkeiten. Außerdem befürworten die Experten eine Verbesserung der allgemeinen Versorgung psychischer Erkrankungen aufgrund von Straßenverkehrsunfällen.

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